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ART031
Afilador (2022) – Luis José Ramírez Cortés
Aus der Serie „Códigos Mexicanos“
Im Zentrum sitzt er – konzentriert, gebeugt, ganz in seine Bewegung versunken. Der Afilador tritt in die Pedale seines Schleifrades, und mit jeder Umdrehung scheint nicht nur Metall geschärft zu werden, sondern auch Zeit. Funken sprühen wie kleine Sterne um seine Hände, ein leises Leuchten im hellen Blau des Hintergrunds.
Er trägt ein Hemd, das an Blumen und Feste erinnert – Farben des Alltags, Farben der Straße. Seine Haltung ist ruhig und zugleich kraftvoll. Das Rad vor ihm ist Kreis und Symbol: für Wiederkehr, für Rhythmus, für das fortwährende Drehen des Lebens. Der Afilador ist eine Figur, die in vielen Städten Mexikos durch ihren charakteristischen Klang angekündigt wird – ein wandernder Hüter der Schärfe, ein Bewahrer des Nützlichen, ein unscheinbarer Chronist der Nachbarschaften.
Um ihn herum schweben in zarten Blautönen Silhouetten anderer Gestalten: Musiker, Händler, Kinder, Arbeiter. Sie wirken wie Erinnerungen oder Echofiguren, wie Codes einer kollektiven Erfahrung. Jeder von ihnen steht für eine Facette des mexikanischen Alltags – für Arbeit und Spiel, Mühe und Musik. Gemeinsam bilden sie ein visuelles Archiv des gelebten Lebens.
In der Serie „Códigos Mexicanos“ verdichtet Luis José Ramírez Cortés diese Szenen zu einer poetischen Symbolsprache. Der aus Oaxaca stammende Künstler, ausgebildet an der Akademie San Carlos und weitergebildet an der Universität der Künste Warschau, verbindet grafische Klarheit mit erzählerischer Sensibilität. Seine Werke wurden national und international, auch auf Kunstbiennalen, präsentiert.
In Zusammenarbeit mit Mexhaus/Ramirez Handels entstehen Originalarbeiten zum Thema „Alltag in Mexiko“. „Afilador“ ist eine stille Hommage an jene Berufe, die oft übersehen werden und doch das soziale Gefüge zusammenhalten – an Menschen, die mit Geduld und Rhythmus ihre Kreise ziehen.
Ein Werk, das den Klang der Straße in Farbe übersetzt.
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